Head over Heels. Til it hurts.

6. März 2016

Weihnachten hab ich mir versehentlich die Sehne am linken Daumen durchtrennt. Mit einem Fleischmesser. Weil ich schnell zwischen Baumschmücken und Staubsaugen ein Brot für meine Tochter machen wollte. Und weil Brotmesser & Brett nicht abgespült waren, hab ich den Laib in die Hand genommen und ihn mit dem extrascharfen Messer geschnitten. Und nicht nur ihn.

Vor zwei Tagen habe ich mir jetzt das Sprunggelenk angebrochen und das rechte Außenband gerissen. Weil ich umgeknickt bin. Hatte eine Stufe übersehen, in der Stadt, auf einem Weg, den ich schon hundert Mal gegangen bin. Jetzt ist da eine Stufe. Die ich nicht gesehen hab, weil ich spät dran war und schnell mindestens drei Outfits für den Blog schießen wollte, bevor es dunkel wird. Davor hatte ich mein Auto schon falsch geparkt und natürlich wieder einen Strafzettel bekommen.

Ich hetze durch mein Leben.

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Ich bin jetzt seit Oktober getrennt und alleinerziehend. Und möchte trotzdem alles genauso wuppen wie vorher. Das Kind, meine Freunde, meine Familie, zwei Jobs, den Blog. Und- da war doch noch was… ja, mich.

Was dabei rauskommt, ist: Chaos. Mein Umfeld ist enttäuscht, weil ich nie Zeit habe. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Weil ich das Gefühl habe, nichts so richtig zu tun, alles nur schnell schnell.

Schnell von der Arbeit nach Hause, zum anderen Job, dann Aufräumen, die Maus vom Kindergarten holen, heim, spielen- die einzige Zeit, in der es nicht eilt. Denn ihr gestehe ich die volle Aufmerksamkeit zu. Sofort nach dem Abendessen geht es wieder weiter. Maus ins Bett. Blog, Outfits, Kunden, Emails. Dazu muss ich jetzt vielleicht nach 3 Monaten in der neuen Wohnung wieder umziehen. Ich hab zugenommen. Bin unzufrieden, mach mir Sorgen. Ständig bin ich online, ständig piepst mein Handy. Ständig bin ich am recherchieren, notieren, prokrastinieren.

Wisst ihr, was ich vor dem Unfall am Freitag zu meinem Fotografen gesagt habe? „Ich glaub, ich hör auf mit dem Blog. Ich kann nicht mehr.“ 20 Minuten später sitze ich heulend am Boden und halte mir meinen schmerzenden Knöchel, der mittlerweile die Größe eines Tennisballs angenommen hat.

stop

WAS IST WICHTIG? WER IST WICHTIG?

Ich dachte eigentlich, meine Auszeit am Tegernsee vor gut zwei Wochen hätte mir geholfen. Aber dort habe ich versucht, meine Ex-Beziehung zu verarbeiten. Über MEIN Leben habe ich zwar auch nachgedacht- aber dass es momentan einfach alles zu viel sein könnte, das habe ich verleugnet.

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Ich muss runterfahren. Wenigstens ein paar Tage.

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  • Dieseltrucker206 6. März 2016 at 16:25

    He Mädel, laß es etwas ruhiger angehen, das Leben hat immer seine Zeiten !
    Deshalb wieder mal was ausgesuchtes von mir……..

    „Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie einRaubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jedenMoment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich […] sind wir alle nur sterblich.

    von Jean-Luc Picard“

  • Marion Gruber 6. März 2016 at 16:38

    Absolut richtig. Komm zu dir selbst. Tu das was dir gut tut.

  • M-iwear 6. März 2016 at 16:53

    Liebe Susi,

    Du musst auf dich schauen und das tun was dir und deiner Kleinen gut tut. Ich wünsche dir ganz viel Kraft, es wird sich alles zum Guten entwickeln, denn du bist eine starke Frau. Ich drück dich und wünsche dir das Allerbeste.

    Xx martina

    • groessenwahn 7. März 2016 at 21:35

      Meine liebe Martina! Danke Dir!

  • Birgit 7. März 2016 at 10:41

    Hallo Susi,
    ich bin erst seit letzter Woche bei deinem Blog, dem ersten, dem ich überhaupt folge, da ich mir immer dachte: Welches andere Leben von Menschen, die ich nicht kenne, könnte mich so interessieren, dass ich ständig Infos drüber haben möchte … und dann fand ich DEINEN Blog. Echt cool, sehr authentisch, voll pro zum Leben, selbstbewusst, selbst bestimmt, hochwertig verfasst und ein Augenstern! Soviel dazu 🙂 🙂 🙂

    Auf der anderen Seite war ich selbst jahrelang allein erziehende Mama und kenne die Tücken alles unter einen Hut bringen zu wollen. Genau wie vorher, nur ohne Mann, ist es nicht gelaufen, aber ich habe gelernt, mir mein Leben anders zu organisieren und mich wie eine Schneekönigin gefreut, wenn ich erfolgreich Zeit für MICH freischaufeln hab können, weil Kindermädel, Großeltern, Nachbarin, etc. ab und zu mal auf meine Kleine aufpassen konnten. Das waren für mich die heiligen Zeiten, in denen ich in kürzester Zeit wieder auftanken konnte. Daher: DENK mal vorerst an DICH und deine Reserven, plane ZEIT für dich und was dir wirklich wichtig ist, kann mit „Kleinigkeiten“ anfangen, die aber enormen Effekt haben wie z:B: mehr Trinken, geplante Pausen machen, nicht ein Termin folgt dem anderen, Puffer lassen, zwischendurch eine halbe Stunde an die Luft gehen, kurze Wege mit dem Rad fahren, gut Essen, früher schlafen gehen, etc. …. Locker lassen, weniger ist mehr.
    Nicht dass das leicht ist, denn ich muss mich jeden Tag in der Früh aufs Neue dafür entscheiden, sonst läuft das Leben mit mir davon. Wenn ich zwei davon schaffe, bin ich sehr zufrieden 🙂 🙂

    Alles Liebe und Kraft,
    eine gleichgesinnte 1,90m Wienerin

    • groessenwahn 7. März 2016 at 21:37

      WOW! Liebe Birgit, vielen vielen Dank für Deinen wunderbaren Kommentar! Ich bin gerade wirklich überwältigt, was auf facebook und auch hier in Kommentaren, Nachrichten und Mails passiert. So viel Zuspruch, so viel Verständnis.
      Ihr seid der Wahnsinn! DANKE DIR!!!! <3

  • Caterinna von Megabambi 10. März 2016 at 7:50

    Meine Zauberhafte Susi,
    Du bist eine so tolle wunderbare Frau!
    Danke das du es mit uns teilst!
    Bitte lass uns in den kommenden Wochen und Monaten teilhaben an dem Prozess!
    Du wirst vielen Mut machen !
    Ich bin ganz Stolz auf Dich!
    Deine Caterina

    • groessenwahn 10. März 2016 at 16:39

      Meine liebe Caterina!
      Ich danke Dir für Deine Worte. Mir geht es schon besser.. Was ein paar Tage absoluter „Ruhigstellung“ ausmachen. Ich werde noch 1 Woche dranhängen und dann langsam wieder Anlauf nehmen. Und ich habe ein gutes Gefühl.
      Küsse in die Hauptstadt!
      Susi

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