Liebevoll? Nein. Bezahlt.

26. Juni 2016

Wenn Zeitschriften für Produkte Werbung machen, sie in einer Art Collage oder der Rubrik „Anti-Kater-Tipps“ vorstellen, dann muss diese Rubrik nicht zwingend als „Werbung“ gekennzeichnet sein. Auch Fotostrecken, für die die Magazine mit Kleidung von PR-Agenturen überhäuft werden, werden nicht als gesponsort gekennzeichnet.

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Bei Bloggern sieht das anders aus: Wenn wir für einen Post Geld bekommen (und seien es auch nur 10 Euro), dann müssen wir das kennzeichnen. Auch wenn Modebloggern Kleidung oder Foodbloggern neue Küchenprodukte unentgeltlich vom Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, sollten wir das angeben.

Wie wir das betiteln, ist (noch) uns überlassen.

Sicherlich ist die Bezeichnung *sponsored post* die gängigste- oder *in Kooperation mit Unternehmen XY*. Ich muss in letzter Zeit immer schmunzeln, wenn ich bei anderen (sogar relativ erfolgreichen) Bloggern lese: „entstanden in liebevoller Zusammenarbeit mit XY“.

Liebevoll? Eine Zusammenarbeit? Äh. Eine Mutter kann liebevoll sein, eine Art kann liebevoll sein, jedoch nicht eine Zusammenarbeit. Das ist schlichtweg falsch. Macht man das, um zu zeigen, wie reibungslos die Zusammenarbeit funktioniert hat? Oder dass man sich über die Kooperation freut? Ich weiss es nicht genau, ich finds nur affig. I mean, dann arbeite ich theoretisch auch jeden Tag liebevoll mit meinem Internetprovider zusammen, mit meiner Bank und meinem Vermieter. Nur dass es  eben in Wahrheit Geschäfte sind. Punkt. Das ändert aber im Falle meines Blogs nichts an meiner Motivation oder an der Begeisterung für das Produkt, das ich bewerbe. Könnt Ihr mir folgen? 😉

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Doch wie kennzeichne ich sponsored posts richtig? 

Für den rechtlich einwandfreien Umgang mit solchen Dingen kann ich Euch den Artikel von Rechtsanwalt Jan Seevogel aus München ans Herz legen. Er hat sämtliche Arten von Werbung auf seiner Homepage rechtlich erklärt. Darin heißt es zum Beispiel:

„Erhält er (der Blogger) für einen selbst formulierten Beitrag eine finanzielle Gegenleistung, sind an die Kennzeichnung hohe Anforderungen zu stellen. Wie gesponserte Blogposts im Detail zu kennzeichnen sind, hat die Rechtsprechung jedoch bisher nicht entschieden. Eine hinreichend deutliche Kennzeichnung liegt sicher vor, wenn der Hinweis „Werbung“, „Anzeige“ oder „sponsored post“ bereits in der Überschrift erfolgt.“

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Solange noch keine Rechtsprechung und 100prozentig verpflichtende Handhabe da ist, werde ich weiter im Artikel und am Ende noch einmal gesondert auf eine Zusammenarbeit hinweisen. Nicht liebevoll. Sondern bezahlt.

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