Über Sinn & Unsinn von Long Tall Sallys neuer Kampagne

18. Oktober 2016

Vor kurzem hat Long Tall Sally,  weltweit Marktführer in Sachen Tall-Fashion, eine absolute Neuheit gelauncht: Basierend auf den Maßen einer echten Frau, einer LTS Kundin, wurde eine 3D-gedruckte Schaufenster-Puppe angefertigt. Diese wird zukünftig die hauseigenen Schaufenster schmücken und auch im Designstudio in London regelmäßig für Abmessungen und Entwürfe genutzt werden. Die Kundin, eine Dame namens Harriet Winters, trägt bei einer Größe von 1,84m eine Kleidergröße 42.

( Nur zur Erinnerung: Eine traditionelle Schaufensterpuppe ist 1,80 groß und trägt Konfektionsgröße 34!!)

Tatsächlich ist der Ansatz, neue Höhen und Proportionen auch bei Schaufensterpuppen einzuführen, sinnvoll.. zwar nicht ganz neu, aber durchaus wichtig.Wie oft steht man neben diesen Plastikfigürchen und stellt fest, dass der Oberschenkel der Puppe schmaler ist als der eigene Oberarm. Deswegen ist die Idee grundsätzlich lobenswert.

Der Fail kommt noch

Wenn ich das Ganze aber weiterverfolge, bleibt mir das Lob gleich im Hals stecken. Denn wenn ich eine solche Kampagne launche, in der es um die verschiedenen Körperformen großer Frauen geht, dann such ich mir nicht nur eine Konfektion 42, sondern gleich noch eine 34/36, 38/40, 44/46 dazu. Und lasse diese Mädels die Kollektion auch präsentieren. Und mache auf der Homepage nicht das hier:

 

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Harriet Winters darf die Sachen zwar mal anziehen, im Shop gehts aber weiter zum stinknormalen skinny Model. Schade drum.

Liebes LTS Team, hättet Ihr doch mal die gesamte HerbstWinter Mode von einer durchschnittlichen Frau (Kleidergröße 42) präsentieren lassen.

DAS wär innovativ gewesen.

….

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  • JJ 31. Oktober 2016 at 10:37

    Liebe Susi, dein Artikel spricht mir aus der Seele! Genau das habe ich mich auch gefragt, als ich die neue, eigentlich lobenswerte Kampagne von LTS gesehen habe. Wieso nur wird die Kleidung im Shop selbst dann vom üblichen dünnen Model gezeigt und nicht von der „Durchschnittskundin“? Oder – noch besser – gleich von verschiedenen Figur-Typen, wie du auch vorschlägst. Ich bezweifle allerdings, dass die Kundin Harriet Winters tatsächlich Gr. 42 trägt – oder habe ich mich da verguckt? Ist eine UK 14 in Deutschland nicht eher Gr. 40 und damit sogar dünner als die durchschnittliche Frau?

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