Spitzname: Hightower.

24. Februar 2017

 Mike  Siebe ist definitiv  einer der größten Männer des Landes. 2,18m misst er vom Scheitel bis zu Sohle  (zum Vergleich: der offiziell größte Mann Deutschlands,  Rolf Mayr, ist  2,22m groß).

Vor kurzem ist Mike einer Facebook-Gruppe beigetreten, die ich ebenfalls abonniert habe- und spätestens als klar war, dass wir denselben beknackten Spitznamen tragen (“Hightower”), wollte ich ihn mit Fragen löchern. 2 Meter 18! Dagegen komme ich mir mit meinen 1,86m wirklich winzig vor…

Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass ich genauso blöde Fragen stellen werde, wie ich sie auch immer von kleineren Menschen gestellt bekomme.. Komische Situation. Aber gut. Fangen wir an.

 

Mike als Kleinkind.

 

Geboren wird Mike 1976  in Mellrichstadt in Bayern- sein Vater ist 1,96m groß, seine Mutter 1,84m. Dass Mike ebenfalls groß wird, ist also klar.

Bei der obligatorischen Untersuchung im Jugendalter wird ihm eine endgültige Größen-Prognose zwischen 2,07m und 2,17m gegeben. Die Familie entscheidet sich gegen eine Hormonbehandlung. Mike ist schon als Kind viel unterwegs, der  Vater ist bei der Army, was für die Familie ständige Umzüge, auch nach Amerika, bedeutet. Eine vertraute  Umgebung, ein stetes Umfeld, in dem Mike behütet und auch in seiner Größe akzeptiert aufwachsen kann, gibt es so nicht.

 

Mike als Jugendlicher mit seinen Eltern

 

Heute ist Mike 41 Jahre alt und hat selbst zwei Kinder: Tochter Jamie ist 13 Jahre alt und schon 1,80 m groß- Sohn Kenny ist 12 Jahre und misst bereits 1,70 m. Auch bei ihnen wurde eine Wachstums-Prognose durchgeführt:

Jamie wird ausgewachsen schätzungsweise 1,93m und Kenny um die 2m groß. Doch dem sieht Mike gelassen entgegen:

“Das Wichtigste ist, die Kinder mit einem guten Selbstwertgefühl auszustatten.”

Er selbst wird sehr oft auf seine Körperlänge angesprochen: “Klar nervt das auch mal- besonders im Urlaub gibt es kaum einen Tag, an dem nicht irgendeiner ein Foto mit mir machen möchte. Aber meist sehe ich meine Größe als etwas Besonderes an.”, so der 2m18 Mann. “Es ist schließlich keine Behinderung, auch wenn manche es als solche ansehen. Ich bekomme aber meist positive Reaktionen- meine Größe war schon oft der Grund, das Eis zu brechen, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.”

 

 

Auch in Sachen “Beziehung” hat seine Größe nie eine Rolle gespielt: Mikes Exfrau, die Mutter seiner Kinder, ist lediglich 1,62 groß.

Mittlerweile hat sich Mike auch mal bei einer Single-Gruppe für große Leute angemeldet- “weil man sich doch von der Masse abhebt und es auch viele große Frauen schwer haben, einen größeren Partner zu finden- und das wollen die meisten.”

 

 

Gibt es etwas, das Mike sich wünschen würde?

“Ja,  ich würde mir wünschen, dass die Menschen ihre Oberflächlichkeit und Vorurteile ablegen. Wir Großen sind Menschen wie jeder andere auch. Es macht sich keiner selbst und man muss damit zurecht kommen. Ein anderer Aspekt ist, dass jeder Kleinwüchsige oder Behinderte gefördert wird, um den Alltag zu bewältigen. Was ist mit uns großen Leuten? Ich muss meine Umgebung anpassen, das kostet auch Geld und auch ich kann nichts dafür, dass ich so groß bin. Auch mir machen zum Beispiel meine 3 Bandscheibenvorfälle das Leben nicht gerade einfach.”

Da ich schon einmal einen Mann über 2,10m interviewt habe, wollte ich, dass Mike seinen Senf zu dem Artikel abgibt. “Klar, ich kann dem Mann in gewisser Weise zustimmen- allerdings sehe ich nicht alles so schwarz. Ich mache das Beste draus und lasse mich nicht unterkriegen.

Groß sein ist kein Fluch- sondern etwas Besonderes.”

 

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