Sport: Del Potro- der sanfte Riese

1. Juni 2017

Egal, ob Ihr Tennis-Fans seid oder nicht: bei den French Open in Paris ist heute etwas passiert, das Euch bewegen wird.

Der Spanier Nicolás Almagro und die argentinische Tennis-Legende Juan Martín del Potro hatten sich am Nachmittag ein ausgeglichenes Match geliefert. Aber: beide kämpfen früh mit Verletzungen. Im zweiten Satz musste Del Potro (wegen seiner Größe von 1,98m auch der “Turm von Tandil” genannt) eine medizinische Auszeit nehmen. Ihn plagen seit Jahren Schmerzen im Handgelenk.

Beim Stand von 6:3, 3:6 und 1:1 konnte dann sein Gegner Almagro nicht mehr weiterspielen: Von Beinschmerzen geplagt ließ er sich auf den Platz sinken und gab das Match unter Tränen auf.

Del Potro machte sich auf den Weg über das Netz, rief medizinische Hilfe und half seinem Gegner wieder auf die Beine.

Er tröstete ihn minutenlang.

( Leider ist das Video, auf dem die ganze Szene bis zum Schluss gezeigt wird, entfernt worden. )

Mich hat selten eine sportliche Geste so sehr berührt.

Del Potro, das Kraftpaket, der Turm. Der 28-jährige hat selbst seit Jahren immer wieder Probleme mit seinem Körper. Drei Operationen am Handgelenk und Depressionen machen dem ehemaligen Weltranglisten-Vierten seit 2006 zu schaffen- nach dem Match sagte er:

“Es ist nicht leicht, in solch einer Situation die richtigen Worte zu finden. Es war ein trauriger Moment für beide. Ich habe ihm gesagt: ‘Tennis ist wichtig, aber nicht alles. Denk’ an deine Familie, an dein Baby’.”

Del Potro wusste genau, was diese Verletzung mit seinem Gegner machte. Und er hatte die Eier, den anderen in den Arm zu nehmen und zu trösten. Nicht kurz, sondern ausdauernd. Er wusste, dass er selbst an Almagros Stelle hätte sein können.

Danke für diesen Moment.

Danke für die Menschlichkeit, die wir im Alltag so oft vergessen, weil es um Wettbewerb, Beruf oder sonstige Leistungen geht.

Danke.

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