Der Fall Kristina Hänel aka Die Selbstbestimmung der Frau ist eine Farce

22. November 2017

Ich muss mich furchtbar aufregen. Und deswegen mobil machen, Euch aufmerksam machen. Danke an Nike von thisisjanewayne für diesen so wichtigen Artikel.

Das Thema ist eines der schwersten überhaupt: Abtreibung.

Wenn Frauen eine Schwangerschaft abbrechen wollen oder müssen, dann ist das mit Sicherheit eine der beschissensten, schmerzhaftesten und prägendsten Erfahrungen ihres Lebens. Ich denke, jede von uns wünscht sich, einfach nie in die Situation zu kommen, in der man bzw frau über Leben und Tod eines ungeborenen Menschen entscheiden muss.

Also: Pille, Spirale, Kondom-  fingers crossed, hoffentlich geht alles gut.

Was aber, wenn nicht?

Was, wenn ich abtreiben will? Aus meinen ureigenen, individuellen Gründen?

Jeder normale Mensch sagt: “Das ist die Entscheidung der (werdenden) Mutter.”

 

 

Die deutsche Gesetzgebung sagt:

“Der Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche ist zwar rechtswidrig, aber in der Regel straffrei.”

  • Die medizinische Indikation erlaubt den Schwangerschaftsabbruch, um die Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden, wenn die Gefahr nicht auf eine andere für sie zumutbare Weise abgewendet werden kann. Bei der medizinischen Indikation ist der Abbruch auch nach der zwölften Woche nach der Empfängnis möglich.

 

  • Die kriminologische Indikation gestattet den Schwangerschaftsabbruch, wenn die Schwangerschaft nach ärztlicher Erkenntnis durch ein Sexualdelikt an der Frau entstanden ist. Außerdem dürfen seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sein.

 

Nach der Diagnose bis hin zum Abbruch beginnt für die Frau ersteinmal eine langwierige Suche, denn: laut §219a des Strafgesetzbuches ist es verboten, für den Schwangerschaftsabbruch, zu “werben”.

Und hier kommt die Ärztin Kristina Hänel aus Gießen ins Spiel.

Sie wurde nach §219a von Abtreibungsgegnern angezeigt.

Hänel: “Auf meiner Homepage ermögliche ich Interessierten, über einen Link Informationen zu einem legalen Schwangerschaftsabbruch zu erhalten. Ich informiere über die gesetzlichen Voraussetzungen, sowie über die Methoden und Risiken des Schwangerschaftsabbruchs. Außerdem ermögliche ich Interessierten ein persönliches Gespräch.

Diese neutrale Mitteilung interpretieren Abtreibungsgegner als Werbung. Ich werde seit mehr als 10 Jahren wiederholt von Abtreibungsgegnern angezeigt. Die Verfahren wurden jeweils beim Amtsgericht Gießen eingestellt. Die letzte Anzeige erfolgte im Herbst 2016. Diesmal hat ein Gießener Staatsanwalt Anklage erhoben. Das Hauptverfahren wurde eröffnet.

Der §219a ist veraltet und überflüssig. Er behindert das Anrecht von Frauen auf sachliche Informationen.”

 

Eine Ärztin soll also wegen ihrer Beratung für Frauen in Not bestraft werden?

WO LEBEN WIR EIGENTLICH?

Übermorgen, am Freitag, den 24.11.2017 steht Kristina Hänel vor Gericht.

Helft Ihr, ihre Petition voll zu bekommen, wir müssen dem Staat zeigen, dass es so nicht weitergehen kann!

 

Hier geht’s zur Petition:

 

 

Ps: Hier noch ein Kommentar des Tagesspiegel zum Thema.

 

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UPDATE

 

Ärztin Kristina Hänel wurde zu 6000€ Geldstrafe verurteilt.

120.000 Menschen unterschreiben Kristinas Petition gegen §219a

✍️ Unterschreibe: change.org/219a

 

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