tinder stories. Folge 3

5. Februar 2018

Nach einer lustigen und einer beeindruckenden tinder story kommen wir heute mal zu einem Match, das ich ganz weit hinten in meinem Hirn unter “ferner liefen” abgespeichert habe. Ja, jetzt wird’s interessant, Jungs! Schließlich weiß ich ja, dass so manches Ex-Date hier mitliest und schon gespannt wartet. Leider kann ich Dich nicht mal mehr persönlich ansprechen- denn selbst wenn ich Deinen Namen noch wüsste, würde ich ihn nie wieder in den Mund nehmen.

Also, nennen wir Dich einfach mal… Klaus.

Folge 3: Der Künstler

Klaus war groß und ein paar Jährchen älter als ich.. so 20 ungefähr. Ich fand ihn interessant und obwohl unsere Whatsapp Schreiberei und auch die Telefonate immer etwas anstrengend waren (manchmal hatte ich das Gefühl, er wollte immer noch einen besseren Spruch “rauskloppen” als ich), wollte ich sehen, wie er live war. Ob das Aufschneider-Gehabe echt war.

Das “Date”

Die Ausgangssituation für unser erstes (Spoiler: und letztes) Aufeinander-Treffen war denkbar schlecht. Ich war kurz vor meinen Tagen, ziemlich geladen und gleichzeitig erschöpft. Gott sei Dank hatte ich an diesem Samstag kindfrei, weil ich die Maus zur Geburtstagsparty einer Kindergarten Freundin bringen konnte. Nachdem ich meine Tochter dort abgeliefert hatte, fuhr ich nach Hause und freute mich darauf, in den nächsten Stunden einen längst überfälligen Beautytag oder wenigstens ein paar dringend benötigte Beautystunden einzulegen… Während das Wasser für die Wanne einlief, band ich mir die Haare hoch und drückte mir Pickel aus widmete mich meinem Gesicht im Vergrößerungsspiegel (#reallife). Dann ab mit dem aufgedunsenen Körper in die Wanne.

Eeeendlich.

 

 

“Plingpling”

Mist, ich hatte vergessen, das Handy auszustellen. Klaus schrieb. Er wäre in der Nähe, er käme kurz vorbei, auf einen Sprung.

Ich ging davon aus, dass er scherzte und schrieb “Mach nur, ich lieg in der Wanne.” und dazu nen Schnarch-Smilie.

Ich legte das Handy wieder weg und tauchte unter. Sämtliche Make Up und Mascarareste schmierte ich mir quer durchs Gesicht. Ich peelte, chillte und suhlte mich in Selbstmitleid und Schaum (PMS ist bei mir der kleine Tod- und hat leider mit einem Orgasmus überhaupt gar nix zu tun, sondern nur mit Sterben).

Auf einmal klingelte es an der Haustür.

Nee, Hermesbote, jetzt nicht. Gib das Päckchen bei den Nachbarn ab, ich bade.

Es klingelte wieder. GEH ZU DEN NACHBARN!!!!!!!

Das Handy vibrierte: Klaus.”Mach die Tür auf, ich bin jetzt da.”

F U C K

Ich rief ihn an. Er hatte tatsächlich meine Adresse herausgefunden und wollte nur mal aufn Kaffee vorbeischneien (er wohnte auch nur 150 km weg). Oh Gott. Und dann kam mir so ein verrückter Gedanke: Ok, dann kriegt er jetzt das volle Programm. Raus aus der Wanne, Jogginghose an, T- Shirt drübba, fertig.

Ich drückte auf den Türsummer und ließ ihn hoch. Gelinde gesagt erschrak Klaus ein wenig. Ich saß vor ihm mit verschmiertem Pickelface und Flodderstyle.

 

 

Etwas verloren saß Klaus an meinem Esstisch und spielte mit seinem Handy rum, als er irgendetwas von tinderfails erzählte. Dass es schon krass ist, was manche Menschen für Fotos hochladen und dann sehen die in echt ganz anders aus. Nach etwas Smalltalk und einer Tasse Kaffee war das Date dann auch vorbei.

10 Minuten später. “Plingpling”.

Klaus. Schickte mir eine selbstgebastelte Fotocollage.

Links mein heißes tinder-Profilbild. Rechts…. Wait a minute! Klaus hatte tatsächlich heimlich ein Foto von mir gemacht, als ich dachte, er checkt seine Nachrichten. Ich sah aus wie.. Ihr könnt es Euch vorstellen. Selbst ich war eine Sekunde geschockt. 😀

Dann wurde ich wütend.

Das war das Asozialste, was ich je erlebt hatte. Er machte ein Foto von mir??? Heimlich??? Weil ich so scheisse aussah?!

Das Beste war aber der Text zu seiner Collage:

“Tja, das liegt doch einiges dazwischen, hm Susi?! lol lol 😉 Aber immerhin bist Du lustig. Und ich ja auch nicht mehr der Jüngste. Melde Dich, wenn Du Lust hast. Klaus.” 

 

tinder Lektion 3

If you can’t handle me with a pickelface, you don’t deserve me as a sexbomb.

Klaus, Du arme Wurst. Wat bin ich froh, dass ich an dem Tag so aussah.

 

 

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  • Sabine 5. Februar 2018 at 6:27

    Was für eine Story

  • Jacqueline Richter 5. Februar 2018 at 14:47

    Hättest Dus nicht selber geschrieben, stände jetzt hier: Glück gehabt!

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