Mein Leben mit 2.14m. Eine Freakshow.

24. August 2016

Zuerst einmal möchte ich mich bei Euch bedanken. Für das enorme Feedback zum “Zuviel” Post. Ich habe den Beitrag damals Nachts um 4 auf dem Iphone verfasst, weil ich sonst nichts dabei hatte- und seitdem schlummerte er als Entwurf in den Untiefen des Blogs. Weil ich mir gar nicht sicher war, ob ich ihn veröffentlichen soll, ob man mich missverstehen könnte.. Aber siehe da: die meisten von Euch kennen das Problem mit der “exponierten Lage” – das meiste Feedback gabs von Frauen, aber auch Männer haben sich bei mir gemeldet.

Ihr wisst, dass ich das Groß-Sein liebe und dieses Gefühl auf dem Blog teilen möchte.

Heute jedoch räume ich Gefühlen Platz ein, die bei den Betroffenen so viel Leid auslösen, dass man sie meiner Meinung nicht verschweigen darf. Sondern unsere Community, auf die ich mittlerweile so so stolz bin, zu nutzen. Um dem Mann, der die folgenden Zeilen verfasst hat, Mut zuzusprechen.

 

Mein Leben als 2.14 großer Mann.

Anonym.

Nichts ist einfach. Das geht schon bei den “kleinen Dingen” im Alltag los.

Find mal Klamotten in dieser Größe… Was lang genug ist, ist eigentlich auf übergewichtige Männer ausgelegt- das heisst wiederum, es hängt an Dir wie ein nasser Sack.

Auch ein Fahrrad zu finden ist schwierig und eine teure Angelegenheit-  beim Auto genauso. Was aber noch viel schlimmer ist als die finanzielle Seite:

Wenn ich durch die Stadt laufe und sich die Leute massenweise hinter mir umdrehen. Tuscheln.

Wenn sich die Halbstarken auf Partys profilieren und ihren Freunden beweisen wollen, wie cool sie sind und sich dann einfach mal den Größten raussuchen, um sich mit ihm anzulegen. Mich.

Wenn ich in die Disco gehe und sich alle umdrehen, doch ansprechen traut sich mich keiner.

Das nagt an allem… Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstliebe- an allem.

sad2

Wie oft passiert es schon, dass Kleinere mich ansprechen und dann mit mir ins Gespräch kommen?

Draussen. In der Disko.

Es ist wie in einer Freak Show. Nur dass man hier selbst der Freak ist.

Nun, ich habe mich damit arrangiert… mit dem Groß-Sein.

Aber dieses Gefühl, das Gefühl, ein Freak zu sein und das Gefühl, nicht so leben zu können, wie man gerne will. Das kommt einfach. Und es fehlt einem etwas. Das Zwischenmenschliche. Liebe. Toleranz. Unbeschwertheit.

Ich fühle mich manchmal wie ein Außerirdischer. Oder ein seltenes Tier im Zoo.

Normal sein. Das wärs.

 

Wenn Ihr dem anonymen Verfasser dieser Zeilen etwas sagen möchtet, freue ich mich auf Eure Kommentare. Danke.

6 Comments

  • Reply Lila 24. August 2016 at 4:30

    Vielleicht gucken Dich einige auch an, weil Du ihnen gefällst. Mir gefallen spezielle Menschen, insbesondere speziell grosse. Und weil ich gerne Schönes sehe, hätte ich Dich angeschaut. <3

  • Reply Larissa 24. August 2016 at 5:17

    Wow! Danke, dass du diese Zeilen mit uns teilst! Ich kann dich so, so gut verstehen! Das mit den Klamotten, dem Auto und dem Fahrrad kenne ich.
    Ich wäre allerdings absolut fasziniert und begeistert von dir, wenn ich dir auf der Strasse begegnen würde! Find es so toll, anderen grossen Menschen zu begegnen.
    Aber nicht alles am Gross sein ist schlecht! Du bist dazu bestimmt, dass man zu dir aufschaut, also mach was draus! Du kannst einen Raum betreten, musst kein Wort sagen und du hast jedermanns Aufmerksamkeit, viele Menschen beneiden dich darum! Was mir am meisten geholfen hat, mit meiner Grösse klar zu kommen? Mich nicht mehr mit anderen zu vergleichen und “normal” sein zu wollen. Normal sein kan jeder und ist langweilig. Du hingegen bist etwas Besonderes!
    Und wegen der Disco: versuchs doch mal mit einer Grosse Leute Party? Da kannst du dich mit Leuten auf Augenhöhe unterhalten 🙂
    Das mit den Blicken und dem Getuschel kennen wir alle… wenn mich jemand so von oben bis unten mustert, dann mache ich oft dasselbe bei demjenigen und schaue genau gleich dumm zurück und mustere sie ebenso. Herrlich, wie die Reaktionen der Leute dann sind.
    Liebe Grüsse von einer 1.90m Frau! 🙂
    Sei stolz auf deine Grösse, sie ist ein Geschenk!

  • Reply Momo 24. August 2016 at 5:19

    Hallo anonymer “Freak”,

    als Allererstes möchte ich dir sagen, dass Freak für mich in keinster Weise etwas Negatives ist, sondern eher eine Art Kosename.
    Ich weiß nicht woher du kommst, aber ich bin den Großteil meines Lebens – den ich in der Schule verbracht habe und der damit mein bisherig schlimmster Teil war – in Süddeutschland verbracht und weiß, wie es ist als Alien angeschaut zu werden. Irgendwie beängstigend zu sein und dennoch wie das Freiburger Münster angestarrt zu werden und am Besten von Jüngeren ausgelacht, gehänselt und viel hinterm Rücken betuschelt zu werden.
    In Süddeutschland gibt es keine Kleidung für große Mädels (bzw gab es vor 20 Jahren nicht, als ich die richtigen Schübe bekam) und erstrecht keine Schuhe.
    Vielleicht mag ich deswegen die Filme von Xmen so. Eine Schule für Außergewöhnliche, wo es nicht darauf ankommt, weswegen sie anders sind, sondern was sie können. Wo nicht von den Lehrern davon ausgegangen wird, dass du weiter bist, weil du größer und erwachsener aussiehst und wo du dich nicht mit dem Klassenliebling vergleichen musst, die nur auf Niedlichkeit machen muss, um besser abzuschneiden.

    Hinzu kommt als weibliche Übergröße, dass Jungs bzw Männer schon sehr früh anfangen dich anzubaggern – ganz gleich wie du aussiehst, einzig und allein weil du so groß bist, ihr Gesicht im Stand in deinen Ausschnitt ragt und deine Beine aus ihrer Perspektive bis zum Himmel ragen.
    Die großen Männer haben mich sehr selten und dann ein Großteil davon nur sehr voll angesprochen, weil ich “so stolz und selbstbewusst” manchmal auch “unnahbar und von oben herab” den Raum betreten würde.
    Ja, das mag sein. Ich hab auch Freude daran allein wegzugehen, obwohl ich immer einen großen Freundes-/Bekanntenkreis hab und hatte, aber wer möchte nicht gern mal nett angesprochen werden, gerade von einer ähnlich großen Person, wenn die doch so rar sind?

    Ich kann nur von mir sagen, dass es besser wurd. Ich hab nicht gelesen wie alt du bist, aber mittlerweile bin ich in Norddeutschland – das macht schon einen “riesen” Unterschiede (alles oberhalb von Kassel ist gut) und egal wo ich bin, wenn ich jemanden kennenlernen mag, sprech ich ihn oder sie an. Es ist vielleicht anfangs etwas schwer, aber ich denke wenn man sich sympathisch ist, sollte man sich kennenlernen oder zumindest nur ein kurzes Lächeln schenken. Ganz gleich ob Mann oder Frau und hey, mein Mann hat mich angesprochen obwohl er von sich behauptet schüchtern zu sein – und nun sind wir verheiratet. Also trau dich – verpass nichts!

  • Reply Dieseltrucker206 24. August 2016 at 6:38

    Servus “Großer”

    Bin gerade mal 6cm “kleiner” als Du
    Den Rest Deines “Aufschrei’s” kenne ich auch,,,,,,,,,,
    Klamotten, Haushalt, Freizeit, Auto usw. usw. usw.

    Allerdings bin ich seit 1987 auf Achse Kreuz und Quer durch Europa und Asien.

    Und habe durch meinen Job viele Menschen kennen gelernt die meine Größe richtig gut gefunden habe.

    In unseren Gefilden allerdings ist es da etwas schwieriger und gerade beim weiblichen Geschlecht kommt es auf die “Chemie” an, wen es denn was werden sollte.
    Die Größe ist da nicht das Problem,,,,,,

    Leider bin ich nicht sportliche Typ , gehe in meinem Job auf und habe meinen Freundeskreis den ich schon seit einigen Jahrzehnten kenne.

    Und bin ich mal auf einer Tanzveranstaltungen , egal in welcher Musikrichtung , kann ich immer nur die bewundern die so locker und leicht über den Boden “schweben”,,,,,,

    Nun ja , ich habe mich zurecht gefunden im Alltag und durch meinen Job als Trucker im Europaweiten Geschäft inklusive Osteuropa bin ich eh Wochenlang auf Achse und an den freien Tagen werden Freunde aufgesucht.

    Ein Rezept gibt es für uns Große nicht egal ob weiblich oder männlich und wen man in Gesellschaft “überleben” will braucht man schon ein dickes “Fell”,,,,,,,,,

    Mein Alltag im Job kompensiert vieles weil man mit dem Rest der Gesellschaft nicht so im Kontakt ist.

    Wen ich täglich, wie breite Masse der Menschen Abends oder nach der Arbeit Zuhause wäre , müsste ich mir da wahrscheinlich auch Gedanken machen.
    Aber das entfällt zum Glück,,,,,,,
    Dafür bin unterwegs immer mal unter den Menschen und das passt auch.

    Wie geschrieben , Rezept gibt es keines, da muss man sich selbst einen Weg suchen, der nicht immer leicht ist

    Gruß Rainer

  • Reply Birgit Beaca Krenn 24. August 2016 at 17:59

    Hallo lieber Großer, ich schließe mich den vorigen Wortmeldungen in sehr vielem an und fühle mit dir, deiner Jugend, deinem Suchen im Außen nach Anerkennung, Bestätigung, dazu gehören; kennt man als 1,90m große Wienerin, wo große Menschen eine Seltenheit sind.
    Ich sehe am Foto oben einen sehr attraktiven jungen Mann mit dunklen Locken und feinen Zügen. Da ich fast deine Mutter sein könnte, darf ich das sagen: always keep your chin up, baby! Aber hallo!! so mancher mann kann sich deine Erscheinung nur wünschen und dann ist da der Neid der kleinen, die in dir sehen, was sie nicht haben!! GRÖßE!!! daher beißen sie, wie die kleinen Köter, am besten hinterm schützenden Besitzer hervor. die kannst nicht ändern, aber deine Sicht der Dinge: You’ve got the looks und du bist zum Strahlen geboren, nimm dich an, such die Liebe, Anerkennung, Bestätigung zuerst in dir, deine Gläser sind ab sofort immer halb voll, nie halb leer, DU bestimmst deinen Wert und strahlst das dann auch aus. Sei gut und fürsorglich zu dir, deinem Körper, sei dir dein bester Freund, lächle dich jeden Morgen im Spiegel aus vollem Herzen an, so doof das anfangs wirkt. Mit manchem muss man sich arrangieren und es annehmen. Deine Zufriedenheit, dein Lachen liegt aber in dir und nur dort! Alles Gute, Birgit

  • Reply SJK 26. August 2016 at 22:23

    Hey!
    Ich hätt gern nen Kumpel der so ist wie Du. Bin 2,07m und kenne auch viele doofe Momente. Versuche Dich auf die guten Dinge zu konzentrieren, und Vorteile wahrzunehmen – die sind stets da! Wie gesagt, wäre es echt cool, wenn Du mein Freund wärst 🙂

    HI 5!
    Gruß, Sam

  • Leave a Reply